Führerschein Q&A

Hier findest Du hilfreiche Antworten

Wichtige Fragen und Antworten zu dem Thema Führerschein


Führerschein Fragen und Antworten – Wer sich entschließt, den Führerscheinschein zu machen, hat möglicherweise eine ganze Bandbreite an Fragen rund um das Thema Führerschein und Fahrschule. Folgend werden die 20 wichtigsten Führerschein Fragen und Antworten gelistet.

Was benötige ich, um den Führerschein zu beantragen?

Um den Führerschein zu beantragen, benötigst du ein aktuelles, biometrisches Passbild, deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie einen Nachweis über deine erfolgreiche Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs. Darüber hinaus brauchst du einen aktuellen Sehtest vom Optiker. Dieser füllt dir ein vorgefertigtes Formblatt aus, das du von deiner Fahrschule erhältst. Bist du noch nicht volljährig, musst du zudem eine schriftliche Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten vorlegen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Den Führerschein zu absolvieren ist leider nicht ganz billig, aber es lohnt sich, da du ihn bestenfalls lebenslang behalten darfst. Die Kosten für den Führerschein setzen sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Einberechnen musst du in jedem Fall die Kosten für den Führerscheinantrag, den Erste-Hilfe-Kurs, den Sehtest und biometrische Passbilder. Hinzu kommen die Beträge für das Lernmaterial, das dir die Fahrschule bereitstellt sowie die Gebühren für die Theorieprüfung und die Praxisprüfung. Des Weiteren musst du deiner Fahrschule einen Grundbetrag zahlen sowie die Fahrstunden. Die Gebühr für die Fahrstunden setzt sich dabei aus dem Betrag pro Fahrstunde multipliziert mit der Anzahl der absolvierten Fahrstunden zusammen. Du solltest nicht an der Anzahl der Fahrstunden sparen, sondern erst die Prüfung absolvieren, wenn du dich sicher im Straßenverkehr fühlst. Zudem sind die Kosten für eine Prüfungswiederholung sowieso meist höher als für weitere Fahrstunden. Hast du finanziell Probleme, sprich deinen Fahrlehrer oder deine Fahrlehrerin an, ob du in Raten zahlen kannst.

Was erwartet mich im Theorieunterricht?

Den Theorieunterricht kannst du dir ähnlich dem Unterricht in der Schule vorstellen. Du sitzt mit anderen Fahrschülern und Fahrschülerinnen in einem Seminarraum und lernst in unterschiedlichen Lektionen alle wichtigen Fakten rund ums Autofahren, Verkehrsregeln und den Alltag als Autofahrer oder Autofahrerin. Ganz gleich, ob es um Vorfahrtsregeln, den Aufbau eines Autos oder die vielen verschiedenen Straßenschilder geht – im Theorieunterricht lernst du alles, was für deine jeweilige Führerscheinklasse wichtig ist. Wenn du Sorge hast, dass es sich um langweiligen, verstaubten Frontalunterricht handelt, können wir dich beruhigen. Die sowieso schon spannenden Fakten werden dir mithilfe von Modellen, Schaubildern, Videos und Aufgaben zum Mitmachen vermittelt. Die Inhalte des Lehrplans unterscheiden sich danach, welche Führerscheinklasse du gerade absolvierst. Auch der Umfang der Stunden richtet sich nach der Führerscheinklasse, die du beantragt hast.

Welche Führerscheinklassen gibt es und was bedeuten sie?

In Deutschland gibt es die Führerscheinklassen AM, A1, A2, A, B, BE, B96, CCE, C1C1E, D, D1, DE, D1E, L und T.

Führerscheinklasse A

Die Klasse AM berechtigt dich zum Fahren von zweirädrigen Kleinkrafträdern, also von Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Auch drei- und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h darfst du mit der Führerscheinklasse AM fahren.

Mit der Führerscheinklasse A1 bist du berechtigt Krafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge zu führen. Krafträder dürfen dabei einen Hubraum von 125 cm³ nicht überschreiten. Dreirädrige Kraftfahrzeuge müssen zudem über symmetrisch angeordnete Räder verfügen und eine Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h sowie maximale Leistungen bis 15 kW haben.

Bist du Inhaber oder Inhaberin der Führerscheinklasse A2, darfst du Krafträder führen, die eine Motorleistung von 35 kW nicht überschreiten.

Die Klasse A berechtigt dich alle Krafträder zu fahren, die mehr als 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie eine Motorleistung über 35 kW vorweisen. Den Führerschein Klasse A darfst du jedoch erst ab 21 Jahren absolvieren.


Führerscheinklasse B

Mit dem Führerschein der Klasse B darfst du ein Kraftfahrzeug führen. Das Kraftfahrzeug darf dabei eine zulässige Gesamtmasse von 3500 Kilogramm nicht überschreiten. Zudem darfst du ein Fahrzeug mit Anhänger fahren, solange die Gesamtmasse von 3500 Kilogramm nicht überschritten wird. Mit dem Einverständnis eines Erziehungsberechtigten darfst du den Führerschein Klasse B bereits mit 17 Jahren absolvieren.

Den Führerschein Klasse BE benötigst du, wenn du mit deinem Fahrzeug ein Zugfahrzeug steuern möchtest. Die Zugfahrzeuge dürfen dabei nicht schwerer als 3500 Kilogramm sein, worunter zum Beispiel Campinganhänger fallen.


Führerscheinklasse C

Mit dem Führerschein der Klasse C bist du berechtigt Kraftfahrzeuge zu fahren, die eine zulässige Gesamtmasse von über 3500 Kilogramm vorweisen.

Führerscheinklasse CE erlaubt dir Zugfahrzeuge der Klasse C mit einem Anhänger über einer zulässigen Gesamtmasse von 750 Kilogramm zu fahren. Diesen Führerschein darfst du erst ab dem 21. Lebensjahr machen, außer du befindest dich in einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Machst du den Führerschein Klasse CE mit 18 gilt dieser jedoch nur fünf Jahre, danach musst du eine Eignungsprüfung zur Verlängerung ablegen.

Hast du die Führerscheinklasse C1, darfst du Kraftfahrzeuge führen, die eine Gesamtmasse von 7500 Kilogramm nicht überschreiten.

Der Führerschein C1E berechtigt dich, Zugfahrzeuge der Klasse C1 mit einem Anhänger zu fahren. Die Gesamtmasse darf 12000 Kilogramm nicht überschreiten. Ab dem 50. Lebensjahr musst du alle fünf Jahre eine Eignungsprüfung zur Verlängerung absolvieren.


Führerscheinklasse D

Besitzt du den Führerschein Klasse D darfst du Kraftfahrzeuge fahren, die zur Beförderung von mehr als acht Personen gebaut wurden.

Hast du den Führerschein DE, darfst du Fahrzeuge der Klasse D fahren, kombiniert mit einem Hänger, der eine zulässige Gesamtmasse von 750 Kilogramm überschreitet.

Wer den Führerschein Klasse D1 besitzt, ist befugt Kraftfahrzeuge zu führen, die eine Länge von acht Metern nicht überschreiten und zur Beförderung von maximal 16 Personen, außer dem Fahrzeugführer, ausgelegt sind.

Führerscheinklasse D1E befugt sich zum Führen von Fahrzeugen der Klasse D1 kombiniert mit einem Anhänger, der eine zulässige Gesamtmasse von 750 Kilogramm überschreitet.


Führerscheinklasse L

Machst du den Führerschein der Klasse L, darfst du im Anschluss Zugmaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h fahren. Dazu zählen zum Beispiel Fahrzeuge, die für land- und forstwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Zudem dürfen diese mit einem Hänger kombiniert werden, der eine maximale Geschwindigkeit von 25 km/h vorweist. Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Stapler oder Futtermischwagen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h darfst du mit der Führerscheinklasse L fahren.


Führerscheinklasse T

Besitzt du den Führerschein der Klasse T, darfst du Zugmaschinen führen, die eine Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h haben. Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Futtermaschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h darfst du fahren.


Muss ich die theoretische Prüfung absolvieren, bevor ich mit den praktischen Stunden beginne?

Theoretische und praktische Inhalte sollen sinnvoll miteinander kombiniert werden. Du musst also keine Mindestanzahl an Theoriestunden absolvieren, um mit der praktischen Ausbildung beginnen zu können.

Wie viele Theoriestunden muss ich absolvieren?

Für den Führerschein Klasse B musst du mindestens zwölf Stunden Theorieausbildung absolvieren. Die zwölf Pflichtstunden umfassen jeweils 90 Minuten, sind also doppelt so lang wie eine Schulstunde.

Wie viele Fahrstunden muss ich absolvieren?

Du musst mindestens zwölf Stunden praktische Ausbildung absolvieren. Dabei dauert eine Fahrstunde jeweils 45 Minuten. Häufig wirst du im Vorfeld jedoch Fahrübungen durchführen, bevor du mit den eigentlichen Pflichtstunden, die auch Sonderfahrten genannt werden, beginnst. Die Sonderfahrten werden in die Kategorien Überlandfahrt, Autobahnfahrt und Nachtfahrt unterteilt.

Was beinhalten die Sonderfahrten?

Im Rahmen der Überlandfahrten lernst du, wie du dich beim Fahren auf der Landstraße verhalten solltest. Besondere Aufmerksamkeit erhalten dabei die Beschilderung sowie die unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Auch das Fahren über eine längere Zeitspanne übst du bei den Überlandfahrten. Die Autobahnfahrten bringen dir zum einen das Fahren mit hoher Geschwindigkeit nahe und zum anderen das Auf- und Abfahren auf die Autobahn. Besonders das Einfädeln und das Herunterfahren übst du mehrfach mit deinem Fahrlehrer oder deiner Fahrlehrerin. Die Nachtfahrten finden nicht zwangsläufig nachts statt, jedoch mindestens in der Dämmerung. So lernst du mit Beleuchtung zu fahren und Gefahren in der Dunkelheit abzuschätzen.

Ist die Anzahl der jeweiligen Pfichtstunden vorgegeben?

Beim Führerschein Klasse B unterteilen sich die zwölf Praxisstunden in fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten und drei Nachtfahrten.

Wie läuft die theoretische Prüfung ab?

Um die theoretische Prüfung absolvieren zu können, musst du alle verpflichtenden theoretischen Stunden nachweislich abgelegt haben. Zudem musst du einen ausgefüllten Prüfungsantrag vorlegen können. Beim Führerschein Klasse B wirst du Fragen zum vorher trainierten Grundstoff beantworten. Machst du eine andere Führerscheinklasse, kommt ein zusätzlicher Fragebogen hinzu, der zehn Fragen spezifisch zur jeweiligen Führerscheinklasse enthält.

Darf ich die theoretische Prüfung wiederholen?

Solltest du die theoretische Prüfung nicht bestehen, darfst du sie nach 14 Tagen wiederholen. Zudem gilt eine bestandene Prüfung 12 Monate lang. Innerhalb dieses Zeitraums solltest du also auch deine praktische Prüfung ablegen, da du sonst die theoretische Prüfung wiederholen musst.

Wie viele Fehlerpunkte darf ich bei der theoretischen Prüfung haben?

Deine maximale Fehlerpunktzahl darf bei zehn liegen. Mit elf Fehlerpunkten hast du also nicht bestanden. Hast du allerdings zwei Fragen falsch beantwortet, die jeweils mit fünf Punkten bewertet werden, bist du auch durchgefallen. Fragen mit fünf Punkten beinhalten stets wichtiges Wissen, zum Beispiel Vorfahrtsregeln.

Wie läuft die praktische Prüfung ab?

Bei der praktischen Prüfung gibt dein Prüfer oder deine Prüferin eine Route vor. Diese kann sowohl über die Landstraße als auch durch den Stadtverkehr oder über die Autobahn führen. Zudem werden Grundaufgaben wie die Gefahrenbremsung oder Einparken abgefragt. Dein Fahrlehrer oder deine Fahrlehrerin sitzt bei der Prüfung neben dir, genau wie im praktischen Unterricht. Der Prüfer oder die Prüferin sitzt hinten im Fahrzeug und gibt dir Anweisungen, zum Beispiel, wenn du abbiegen sollst. Muss dein Fahrlehrer oder deine Fahrlehrerin in dein Fahrverhalten eingreifen, bist du durchgefallen. Unterlaufen dir kleinere Fehler, lass dich dadurch nicht verunsichern. Solange niemand in dein Fahrverhalten eingreift, fahr einfach weiter und konzentriere dich auf kommende Situationen.

Wie lange dauert die praktische Prüfung?

Die Dauer der praktischen Prüfung hängt von der jeweiligen Führerscheinklasse ab. Beim Führerscheinklasse B sind in etwa 45 Minuten Prüfungszeit veranschlagt. Dabei fährst du aber nicht 45 Minuten, sondern absolvierst zum Beispiel die geforderten Grundaufgaben.

Darf ich die praktische Prüfung wiederholen?

Bist du durch die praktische Prüfung gefallen, darfst du diese nach zwei Wochen wiederholen. Diese zwei Wochen Wartezeit darfst du für weiter Übungsstunden nutzen, um dein Fahrverhalten zu festigen.

Was muss ich beachten, wenn ich den Führerschein mit 17 mache?

Die Ausbildung der Führerscheinklasse B darfst du bereits mit 16 einhalb Jahren beginnen. Du benötigst dabei jedoch eine schriftliche Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten. Die theoretische Prüfung darfst du drei Monate vor deinem 17. Geburtstag ablegen, die praktische Prüfung einen Monat vor deinem 17. Geburtstag. Solange du noch nicht volljährig bist, darfst du nur mit einer vorher schriftlich festgelegten Begleitperson Auto fahren. Das könnte zum Beispiel einer deiner Eltern sein.

Welche Voraussetzungen muss die Begleitperson erfüllen?

Deine Begleitperson muss mindestens 30 Jahre alt sein und einen Führerschein der Klasse B besitzen. Dabei muss sie den Führerschein durchgehend seit fünf Jahren besitzen und darf bei der Fahrt einen maximalen Alkoholpegel von 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration aufweisen. Außerdem darf deine Begleitperson höchstens einen Punkt im Fahreignungsregister oder drei Punkte im Verkehrszentralregister haben.

Bekomme ich mit 17 schon einen richtigen Führerschein?

Mit 17 bekommst du noch keinen “richtigen” Führerschein ausgehändigt, sondern eine Prüfungsbescheinigung, die BF17 genannt wird. Zudem musst du stets deinen Ausweis ergänzend zur Prüfungsbescheinigung mitführen, da die BF17 kein Foto von dir beinhaltet. Mit der Prüfungsbescheinigung darfst du lediglich in Deutschland und Österreich fahren, in allen anderen Ländern gilt sie nicht. Mit der BF17 darfst du ab deinem 18. Geburtstag drei Monate ohne Begleitperson fahren. Spätestens nach diesen drei Monaten musst du deinen Führerschein bei der Führerscheinstelle abholen.

Was hat es mit der Probezeit auf sich?

Sobald du deinen Führerschein erhältst, darfst du dich ohne deinen Fahrlehrer oder deine Fahrlehrerin im Straßenverkehr fortbewegen. Ab diesem Moment befindest du dich in der sogenannten Probezeit. Diese ist gesetzlich festgelegt, weil statistisch gesehen junge Fahrer und Fahrerinnen zwischen 18 und 25 Jahren besonders häufig in Unfälle verwickelt sind. Die Probezeit dauert zwei Jahre. Ausgenommen sind die Führerscheinklassen L und T, für die keine Probezeit gilt.

Was passiert, wenn mir während der Probezeit ein Verkehrsverstoß passiert?

Verstöße im Straßenverkehr werden in Kategorie A und Kategorie B unterteilt. Die Konsequenzen für einen Verstoß richten sich danach, welcher Kategorie er angehörig ist. Verstöße der Kategorie A sind zum Beispiel Unfallflucht, Trunkenheit am Steuer, Missachtung einer roten Ampel oder nicht beachtete Vorfahrt. Verstöße der Kategorie B sind weniger schwere Verkehrsverstöße wie telefonieren am Steuer oder das Nichtabsichern eines liegengebliebenen Fahrzeugs. Begehst du einen Verkehrsverstoß der Kategorie A oder zwei Verkehrsverstöße der Kategorie B bist du verpflichtet, ein Aufbauseminar zu besuchen. Zudem verlängert sich deine Probezeit auf vier Jahre. Versäumst du die Teilnahme am Aufbauseminar, wird dir dein Führerschein entzogen. Außerdem kannst du verpflichtet werden, an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen.

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Fahrschulfahrzeug | © Bildagentur PantherMedia / Anna Opoleva